Der Glöckner von Notre Dame

Victor Hugo

© TITANIA MEDIEN

Wer kennt sie nicht, eine der bedeutendsten gotischen Damen von Paris, Notre Dame de Paris. Ein imposantes architektonisches Sinnbild des Mittelalters, das der französische Schriftsteller Victor Hugo in das Zentrum seines Glanzstücks der klassischen Weltliteratur „Der Glöckner von Notre Dame“ setzt.

Claude Frollo ist ein vielseitig studierter Mann der sein Leben ganz der Kirche widmet. Würdevoll und pflichtbewusst geht er seiner Arbeit als Erzdiakon der Kathedrale von Note Dame nach. Als im Jahr 1466 seine Eltern vom Schwarzen Tod heimgesucht werden, übernimmt er verantwortungsvoll die Erziehung seines jüngeren Bruders Jean. Auch rettet er eine verkrüppelt und verwachsende vierjährige Missgeburt vor dem Tod und nennt sie Quasimodo. Während Quasimodo als Glöckner in Notre Dame lebt, vergnügt sich Jean, zum Missfallen seines Bruders Claude, in den Straßen von Paris.

So auch im Januar 1482. Gefeiert wird das jährliche Narrenfest. Das gemeine Volk zecht und vergnügt sich unbändig und hemmungslos, Quasimodo wird von der Menge zum Narrenpabst gewählt und nicht nur der Dichter Pierre Gringoire wird von der beispiellosen Schönheit der tanzenden Zigeunerin La Esmeralda verzaubert. Auch Claude Frollo erliegt der Verlockung und wird von einer plötzlichen Liebe zu der jungen La Esmeralda überwältigt. Er fühlt sich Gott gegenüber schuldig. Für seinen Frevel gibt er La Esmeralda die Schuld. Aber er kann nicht anders, er erliegt der lüsternen Versuchung und will sie nur noch besitzen. Doch La Esmeralda liebt den jungen Hauptmann Phoebus, der sich mit ihr jedoch nur vergnügen will. Trotz aller verzweifelten und unerbittlichen Bemühungen gelingt es Claude Frollo nicht, La Esmeralda für sich zu gewinnen. Enttäuscht und moralisch gespalten zwischen der Liebe zu Gott und seiner Liebe zu Esmeralda lässt er sie als Hexe verfolgen. Die Inquisition verurteilt sie zum Tode. In letzter Sekunde wird sie von Quasimodo gerettet und in die Kathedrale gebracht. Doch die Sicherheit ist nur von kurzer Dauer. Die schöne Zigeunerin kann ihrem Schicksal nicht entkommen. Der verzweifelte Quasimodo stürzt Frollo von einem der beiden Türme der Kathedrale in den Tod und folgt La Esmeralda in das Schattenreich.

Fazit

Wie lässt sich die dunkle mittelalterliche Stimmung, der über das Land ziehende Schwarze Tod, die Kathedrale von Notre Dame de Paris, das bunte Treiben der Pariser Volksmenge, Zigeuner zwischen Bettler und Adligen, Verrat und Intrigen, Mitgefühl, Verachtung und Intoleranz, die Schrecken der Inquisition, schlicht die Fragen des menschlichen Handelns und die Forderung nach Humanismus am besten darstellen? Natürlich durch das Wort aber genauso durch Bilder im Kopf. Victor Hugos „Der Glöckner von Notre Dame“ als szenisches Hörspiel malt diese Bilder im Kopf und illustriert einsichtsvoll die Pariser finstere mittelalterliche Welt.

Victor Hugo, Der Glöckner von Notre Dame (Teil 1 und 2), Folge 28 und 29, Gruselkabinett, Hörspiel von Marc Gruppe, 2 CDs, ca. 120 Minuten, Mit den bekannten Stimmen von Roland Hemmo, Udo Schenk, Christian Stark, Tommy Morgenstern, Kristine Walther, Julien Haggège, Patrick Bach u. a., TITANIA MEDIEN GmbH, Leverkusen 2008, ISBN 978-3-7857-3637-1

© Soraya Levin