Geschichte der Freundschaft

Michael Roes

Es gibt verschiedene Arten über die Suche nach Freundschaft zu schreiben. Diese ist eine erstaunlich beeindruckende Hommage an die Freundschaft. Einfach ein klasse Buch.

Ein Badeort an der Küste Algeriens. Die Stammgäste sind diesen Sommer ausgeblieben. Nichts pulsiert mehr, kein Nachtleben in Bars, keine Unterhaltung. Der Hobbymaler und Pathologe Matthias hat sich für den Sommer hier einquartiert. Doch statt der malerischen Szenen findet er zwischen den weißen Sandstränden und der Hitze nichts weiter vor als heruntergekommene trostlose Viertel, schäbige verdreckte Hotels und gegenüber Fremden feindlich gestimmte Bewohner. Um ihn herum arbeitslose Männer in den Cafés, antriebslos und tief verwurzelt in ihrer Tradition. Die Frauen im religiösen Fanatismus unterdrückt, jeder Sicht entzogen und weggesperrt. Dieses Land ist voller Gewalt, hier tobt ein Bürgerkrieg. Hier metzeln fundamentale Islamiten jeden Tag Frauen, Männer und Kinder nieder. Hier liefern sich Studenten Straßenschlachten mit der Polizei. Hier begegnet Matthias dem Kabylen Yanis. Er verliebt sich in den redegewandten Studenten mit dem athletischen Körper. Während ihrer gemeinsamen Ausflüge entwickelt sich über den Sommer eine leise Freundschaft. Wieder in Berlin erfährt Matthias, dass Yanis seit einer eskalierenden Demo verschwunden ist. Matthias macht sich auf nach Algerien, um Yanis zu suchen. Eine riskante Reise in ein Land, das von Gewalt beherrscht wird. Er findet Yanis. Um ihn zu retten, hilft er dem Verletzten zur Flucht nach Berlin. Hier in der anderen Welt ist auch Yanis ein anderer. "Ich habe Angst, den Weg aus den Augen zu verlieren." Er verliert ihn aus den Augen, kommt mit dem schnellen Takt nicht mit. Abgetaucht in der Wüste Algeriens ist er hier in Berlin nicht wieder aufgetaucht. Hier prallen Matthias und Yanis unterschiedliche Welten aufeinander. Hier in dieser vermeintlich neuen Heimat wird Yanis seltsam still, findet sich