Aufstand der Fischer von St. Barbara |
||
Anna Seghers
|
||
Eine wilde zerklüftete Küste einst in der Bretagne, irgendein Ort auf der Insel St. Barbara. Die Menschen, die sich hier angesiedelt haben, leben vom Fischfang. Sie sind arm und von der Gnade des hiesigen Reeders Bredel abhängig. Die Stimmung der Fischer ist miserabel, denn der Reeder drückt Jahr um Jahr die Preise für den Fang. Um zu überleben bleibt den Fischern nichts anderes übrig, wie sich weiter für das wenige Geld abzurackern. In der Küstenregion brodelt bereits der Aufstand. Die Ankunft des gesuchten Seefahrers und Revoluzzers Johann Hull auf St. Barbara wirkt wie Sprengstoff. Und zum ersten Mal gehen die Fischer von St. Barbara auf die Barrikaden. Die Stillschweigenden wie der Fischer Kedennek und die Abenteurer wie der junge Andreas Bruyn, Seite an Seite mit den Leuten aus St. Blé und St. Elnor. Ihre Wut entladen sie an dem Sohn des Reeders und in den Räumen der Reederei. Lautstark machen sie klar, dass sie nicht eher wieder raus fahren, bis ihre Forderung von „Mindestens drei Fünftel Anteil und sieben Pfennig das Kilo und neue Tarife“ erfüllt wird. Der Reeder ruft das Militär zu Hilfe. Die Küstenfischer der anderen Orte geben klein bei und sind wieder bereit mit der Maria Farère raus zufahren. Bei dem Versuch der Fischer von St. Barbara die Ausfahrt mit Gewalt zu verhindern, wird Kedennek erschossen. Andreas Bruyn versteckt sich in den Klippen und wird von der Prostituierten Marie mit Essen versorgt. Als er sein Versteck wieder verlässt, entdecken ihn die Soldaten und erschießen ihn auf der Flucht. Und „Der Aufstand der Fischer von St. Barbara endete mit der verspäteten Ausfahrt zu den Bedingungen der vergangenen vier Jahre.“ |
© Audio Verlag |
|
Soraya Levin: Politologin, freie Redakteurin und Rezensentin |
||