Hoffnung wagen

Barack Obama

Der afroamerikanische charismatische Senator aus Illinois Barack Obama greift nach dem höchsten Amt der USA. Sein Buch „Hoffnung wagen“ beleuchtet nicht nur die amerikanischen Alltagsprobleme und die politischen und moralischen Fragen der USA. Vielmehr ist „Hoffnung wagen“ von der Idee eines Neuanfangs getragen.

Eine Neuorientierung, die versucht, die sich immer stetig verfestigende Polarisierung der Republikaner und Demokraten in der Wirtschafts-, Sozial- und Sicherheitspolitik wieder aufzubrechen. Ein Brückenschlag, der die Gegensätze vereint und sich auf die gemeinsame amerikanische Ideologie zurückbesinnt. Ein Brückenschlag, der die großen sozialpolitischen Probleme wie das marode Gesundheitswesen, die Bildungsmisere, die Arbeitslosigkeit, die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, das Einwanderungsproblem und die Herausforderungen der Zukunft in den Griff bekommt und der die USA für die Globalisierung und den Antiterrorkampf rüstet.
Ideen sind gefragt und nicht konträre Wertedebatten. Die politischen Vertreter müssen wieder auf moralisch gefestigten Boden gehen und auf die Stimme Amerikas hören und empathisch für die Alltagsnöte der Bevölkerung sein. Die Politiker müssen unabhängiger von dem Einfluss der Lobbyisten sowie der vierten politischen Gewalt, den Medien, werden. Obama sieht hier neben einer Parteienfinanzierung auch freie Sendezeiten während der Wahlkampfphasen als einen möglichen Lösungsweg. Nur eine aktive Bildungspolitik kann den weltweiten Konkurrenzkampf aufnehmen. Obama tritt daher für eine Stärkung des Lehrerberufs, für mehr Stipendien und einer besseren Förderung der Einwanderer ein.
Neben der Stärkung der Familie und den Diskurs mit den religiösen Gruppen ruft Obama auch die unterschiedlichen ethnischen Gruppen auf, sich in den sozialkulturellen Raum der USA zu integrieren.
Um sozialen Sprengstoff, sprich Armut, zu beseitigen, ist der Arbeitsmarkt zu reformieren. Flexiblere Arbeitszeiten, die die familiäre Situation stärker berücksichtigen sowie eine Anhebung des Mindestlohns sind einige Reformpunkte.
Im Zentrum muss die Arbeit stehen und nicht das Almosen.
Die großen strategisch-politischen Herausforderungen sind neben der Umweltproblematik, neue Energiequellen zu gewinnen und natürlich der Irakkrieg im Kontext des Antiterrorkampfes und der Frage nach der Einschränkung der traditionellen amerikanisch- freiheitlichen Bürgerrechte.

Barack Obama, „Hoffnung wagen“. Eine Rückbesinnung auf die amerikanische Ideologie und ein Erwachen des „New Deal“ mit dem „Schwarzen Kennedy“.

„Hoffnung wagen“ ist ein sehr kraftvolles Buch, das auf der einen Seite die Sehnsucht der Amerikaner nach einem neuen Weg zum Ausdruck bringt und auf der anderen Seite Barack Obamas eigene Lebensgeschichte als Sohn eines kenianischen Einwanderers und einer Amerikanerin versinnbildlicht.
Selbstkritisch und natürlich schildert Barack Obama seine ersten Erfahrungen auf der politischen Bühne, und plaudert amüsant über sein Privatleben.
Er verfolgt ein großes heroisches Ziel, an dem sich letztlich auch Bill Clinton mit dem Versuch der Einrichtung einer Krankenversicherung ‚die Zähne ausgebissen hat’. Die Etablierung einer aktiven Sozialpolitik im Sinne von Franklin D. Roosevelts „New Deal“.
Obamas Weg ist ein gemeinsamer Weg, in Richtung „es gibt nur ein Amerika“. Dieses „eine Amerika“ spricht sich gegen dogmatische Denkweisen aus und ist empathisch für die Belange der Bürger. Neben einer aktiven Wirtschafts- und Sozialpolitik tritt wohl die strategisch-politisch größte Herausforderung. Der Antiterrorkampf, der an den Grundfesten der 200jährigen amerikanischen Verfassung, den Bürger- und Menschenrechten, rüttelt.
„Hoffnung wagen“. ‚The american dream’. Zwischen Globalisierung und Antiterrorkampf ein neuer politisch-moralischer Weg.

Hoffnung wagen. Gedanken zur Rückbesinnung auf den American Dream, Barack Obama, amerikanische Originalausgabe erschien 2006 unter dem Titel „The Audacity of Hope“ bei Crown Publishers, New York, USA, aus dem Englischen von Helmut Dierlamm und Ursel Schäfer, Riemann Verlag in der Verlagsgruppe Random House GmbH, München 2007, 480 S., geb., ISBN 978-3-570-50081-1, € 19,00

© Soraya Levin


Random House

Soraya Levin: Politologin, freie Redakteurin und Rezensentin

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