Wattliebe

Wattliebe

Wie liebe ich es durchs Watt zu gehen,
nur der Wind ist zu verstehen

auf einer Sandbank sitzen
lass dich wärmen von der Sonne
spür die Bewegung des Wassers im Priel
die Füße im Schlick versinken
schmeck die salzigen Lippen
schließ die Augen, atme den Geruch des Tangs
still, wie es knistert, wie es blubbert
da eine Muschel, dort ein Krebs
da ein Ringelwurm, dort eine Wattschnecke
ganz ruhig eine Strandkrabbe
eine Möwe schreit
ein Seehund hebt den Kopf
ein Containerschiff am Horizont
nur noch kurz ist er sichtbar, der Meeresgrund

Wie liebe ich es durchs Watt zu gehen,
nur der Wind ist zu verstehen

© Soraya Levin






Soraya Levin: Politologin, freie Redakteurin und Rezensentin

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