Einst begrüßte ich einen Mann in der Taverne, ich kannte ihn bisher nur aus der Ferne; er war sehr klein und hager, man könnte sagen beinah mager; das Haar schon licht und kahl auf der Stirn trug er ein Mal; sein Gang war schleppend und schwer, er zog das Bein nach und bemühte sich sehr; zur Begrüßung gab er mir die linke Hand, die Rechte, sie war irgendwo in einem fernen Land; sein linkes Auge, das war nicht mehr da, er nahm die Welt gar nicht mehr so richtig wahr; er konnte kaum essen und kauen, denn man hatte ihm die Zähne ausgehauen; er wurde rasiert und tätowiert, wann ist es bloß passiert?
Ob Tag oder Nacht, es war dunkel um ihn herum, die Folter, sie machte ihn ganz dumm; er schrie nach seiner Mutter, doch die war schon lange tot, die Augen, sie waren von den Tränen blind und ganz rot; ein Gericht wollte später von all dem nichts mehr hören, diese Zeit sie ist vorbei und den Frieden, den wollen wir nun nicht mehr mit diesen Dingen stören.
© Soraya Levin
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