Freiheit

Freiheit

An dem Abend als sie kamen,
An dem Abend als sie mich mitnahmen;
Da wusste ich nicht wohin,
Da wusste ich nicht den Sinn;
Nachbarn, Bekannte und Freunde, sah ich am Wegesrand,
Nachbarn, Bekannte und Freunde, ihnen allen war ich bekannt;
Die Augen aller waren auf mich gerichtet,
Die Augen fühlten sich jedoch nicht verpflichtet;
Das Auto, der Zug, die Zelle – ich eingesperrt,
Das Auto, der Zug, die Zelle – jedes Recht mir verwehrt;
Die Zeit, sie ist vergangen,
Die Zeit, sie hält mich immer noch gefangen;
Sie sagen: Jetzt bist du frei,
Sie sagen: Jetzt bist du wieder dabei;
Sie wollen mich nicht hören, mein Bitten und mein Flehen,
Sie wollen mich nicht hören, sie werden meine Gefühle nie verstehen.

© Soraya Levin


Soraya Levin: Politologin, freie Redakteurin und Rezensentin

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