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Die Stimmen der Tiere: Afrika

Cord Riechelmann

Wo anfangen, wenn von Afrika die Rede ist? Der Name steht für die Sahara, die größte Wüste unserer Erde, für den Nil, für den immer grünen Regenwald und für tropische Savannen, die die Heimat vielfältiger Tiere sind. Afrika lockt mit dem Ruf der Zebras, Giraffen, Elefanten und der Raubtiere wie dem Leoparden und der Löwen. Die Stimmen der Tiere: Afrika lädt uns mit seiner einzigartigen tierischen Stimmvielfalt auf den afrikanischen Kontinent ein.

Mit Afrika verbinden wir das Bild von Akazienblätter kauenden Giraffen in der sonnendurchtränkten Savanne. Mal sieht man sie allein, mal in der Gruppe. Außerhalb unseres Sichtbereichs können wir sie kaum wahrnehmen. Ihr Blöken oder Brummen zirkuliert in einem für uns kaum hörbaren Frequenzbereich. Nur manchmal, wenn die Giraffe die Wut packt, dann hören wir ihr gefährliches Schnaufen.

Aber die unüberhörbare Stimme Afrikas gehört dem Löwen. Die gesellige gewaltige Katze ist für ihre Redefreudigkeit und ihr lautes Brüllen bekannt.

Die afrikanische Luft vibriert aber auch vom ausgelassenen und lauten gemeinschaftlichen Lachen und Krollen der in großen Gruppen lebenden Tüpfelhyänen. Vor ihnen müssen sich die Familien der Zebramangusten ganz schön in Acht nehmen. Da sie sich im hohen Savannengras oft aus den Augen verlieren, kommunizieren sie sehr intensiv mit lauten Schreien, Kreischen, Knurren, Fauchen oder zwitschernd.

Auch der Elefant als das größte Landsäugetier der Erde kommuniziert auf eine sehr vielfältige Art und Weise, um seine Gefühle, Wohlbefinden, die Freude über ein Wiedersehen, Klagen und Warnungen auszudrücken. Der Dickhäuter hat zudem eine herausragende musikalische Hörbegabung. Er erkennt einmal gehörte Melodien, auch wenn sie unterschiedlich interpretiert sind, wieder. Die Dickhäuter haben aber auch Geheimnisse. Daher benutzen sie überwiegend Töne im Infraschallbereich. Für den Menschen sind diese Frequenzen nicht hörbar.

Eine zwar hörbare aber eher schwache Stimme hat der Gepard. Wird sein Fauchen gern mit dem des Leoparden verwechselt, so ist sein unverwechselbares Kennzeichen sein einmaliger Sprint, dessen Bestzeit bei 120 km/h liegt. Aufgrund seines kleinen Herzens ist diese Höchstgeschwindigkeit aber nur eine kurze Zeit zu halten.

Den zweiten Platz in Punkto Geschwindigkeit belegt der größte Laufvogel des afrikanischen Kontinents. Der flugunfähige Strauß bewegt sich mit durchschnittlich 80 km/h mal murrend und mal piepsend durch die Steppen Afrikas.

Kein Ort in den Steppen, wo der Strauß nicht auf das Klanggemisch der krächzenden und knurrenden Sekretäre trifft. Greifvögel, die in den Buschkronen der Akazien riesige Nester bauen. Unter der Last der Nester, die oft einen Durchmesser von über 2 m haben, brechen die Bäume jedoch oft zusammen.

Ganz anders die kunstvoll gewebten kleinen Nester der Webervögel. Die geselligen, lauten und geschwätzigen Webervögel gehören zur Familie der Sperlinge. Zu Tausenden bevölkern sie die Städte und Landschaften Afrikas.

Auch laut und eindringlich erklingen die Rufe der Tokos, die sich so im dichten Regenwald der Tropen und Subtropen verständigen. Die zur Familie der Nashornvögel gehörenden Tokos setzen beim Musizieren nicht nur ihre Stimme sondern auch ihren Körper ein. Vom Kopf bis zum Flügel begleiten sie schwungvoll ihre Rufe.
In den Regenwäldern leben auch die Familienverbände der Gorillas. Der größte unter den Menschenaffen imponiert durch sein rhythmisches Brusttrommeln.

Ganz anderer Art sind die Graupapageien, die ein besonderes Talent nicht nur zum Pfeifen sondern auch zum Sprechen haben. Ihre Sprachbegabung geht soweit, dass sie nicht nur die menschliche Stimme imitieren. Sie verstehen teilweise sogar die Wortbedeutung und können einzelne Wörter neu kombinieren.

Und die größten Palaverer Afrikas sind die Flamingos. Ein Markenzeichen ist ihr doch recht ungewöhnlich rosa gefärbtes Gefieder sowie die überaus langen Beine und langen Hälse. Auf der Suche nach Krebsen durchwaten die geselligen Vögel in riesigen Kolonien die Salzseen Afrikas.

Fazit

Die Luft vibriert vom Ruf der drei großen Raubkatzen, die Mangrovenwälder verwandeln sich durch das Pfeifen der Graupapageien in musikalische Orte und über die Savannen und Städte schwingen die Töne der Webervögel und Schakale. Das sind die Rufe Afrikas, die Rufe des dichten Regenwaldes und der tropischen Savannen. Es sind aber auch die Rufe Afrikas, die aufrütteln und darauf aufmerksam machen, dass der Mensch die Stimme Afrikas durch Rodung und Wilderei nach und nach zerstört. Viele Arten und viele Stimmen werden damit für immer verschwinden, wenn nicht Einhalt geboten wird.

Die Stimmen der Tiere: Afrika ist eine unterhaltende bereichernde musikalische Entdeckungsreise durch den afrikanischen Kontinent.

Cord Riechelmann, DIE STIMMEN DER TIERE: AFRIKA, Mit Kommentaren von Hanns Zischler, Jewelbox in Schuber, 1 CD, Spieldauer 74 Min., KEIN & ABER Records Zürich 2008, ISBN: 978-3-0369-1184-7, 14.90 €, 24.90 CHF

© Soraya Levin

Abbildung: © Kein & Aber -

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