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Hilsenrath, Edgar

Edgar Hilsenrath

© Dittrich-Verlag

Am 2. April 1926 wird der deutsche Schriftsteller jüdischen Glaubens Edgar Hilsenrath in Leipzig geboren.

Schon in jungen Jahren spürt er die antisemitische Stimmung und ist bereits in der Schule den Anfeindungen gegen Juden ausgesetzt.
Als der Naziterror sich immer mehr ausweitet, suchen Edgar Hilsenrath, seine Mutter und sein Bruder kurz vor der Reichspogromnacht 1938 Schutz bei den Großeltern in der Bukowina, in Rumänien.
Der Vater flieht nach Frankreich. Der ausbrechende Krieg trennt die Familie.

Am 14. Oktober 1941 werden die Hilsenraths aus der Bukowina zwangsdeportiert. Ziel ist ein in der zerstörten ukrainischen Stadt Moghilev-Podolsk errichtetes jüdisches Ghetto am Dnjestr.
Im März 1944 wird das Ghetto von den Russen befreit und Edgar Hilsenrath gelangt über Bulgarien, die Türkei, Syrien und den Libanon nach Palästina.

Die Familie hat überlebt und kommt 1947 in Frankreich wieder zusammen. In den fünfziger Jahren wandern sie in die USA aus. Edgar Hilsenraths Eltern siedeln 1970 nach Israel über und Edgar Hilsenrath kehrt im Jahr 1975 nach Deutschland zurück. Berlin wird seine neue Wahlheimat.

Edgar Hilsenrath verarbeitet seine Ghettoerlebnisse ohne Beschönigungen und in einer wortgewaltigen Anklage in seinem meisterhaften Werk „Nacht“. „Nacht“ mußte schwere Hürden überstehen, denn die Wahrheit schmeckt bitter. Der Kindler Verlag stellte die Veröffentlichung ein. Die Vergangenheit und das Naziregime ist auch Thema seines satirischen Erfolgsromans „Der Nazi & der Friseur“.

Edgar Hilsenrath ist ein Autor, der aufruft, den Genozid und die unmenschliche Barbarei nicht zu vergessen. Auch sein Roman „Das Märchen vom letzten Gedanken“, für den er mit dem Alfred-Döblin-Preis ausgezeichnet wird, greift den Genozid auf.

Ob der Heinz-Galinski-Preis, der Hans-Erich-Nossack-Preis, der Hans-Sahl-Preis oder auch der Lion-Feuchtwanger-Preis. Alle Preise sind eine Auszeichnung und Ehrung für den großen deutschen Schriftsteller, dessen Werke um die Welt gehen.

Der Dittrich-Verlag widmet dem Autoren eine ganze Werkausgabe.

© Soraya Levin